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Das hier nun in 8 Kapiteln vorliegende Positionspapier zum aktuellen Thema Hyperscaler-Ansiedlung in Rhein-Erft als Beitrag zum Strukturwandel in unserer Region wurde erarbeitet, um als Grundlage eines Konsenspapiers der Linken im Kreistag Rhein-Erft, im Bergheimer Rat sowie im Bedburger Rat zu dienen, das aktuellen Entwicklungen zur Microsoft-Ansiedlung Rechnung trägt und Positionen bezüglich dieses Themas verdeutlicht. Der Zusammenhang zwischen den Rechenzentrumsansiedlung und Künstlicher Intelligenz (= KI) ist offensichtlich und wird zukünftig aus linker Perspektive in seinen grundsätzlichen über die hier zunächst interessierenden eher lokalen Aspekten hinaus beleuchtet werden müssen, [i] insbesondere hinsichtlich der Fragestellung, inwieweit so etwas wie eine linke KI überhaupt denkmöglich sein kann.[ii] Für die redaktionelle Mitarbeit zu Beginn des Projekts danke ich Niklas Luther für seine Unterstützung.


[i] Dass Maschinen kein Bewusstsein besitzen können, ist m.E. als unstrittig zu betrachten. Dass KI-Artefakte Intelligenz, gar Bewusstsein zugesprochen wird, fußt auf der Hypothese, dass ab einem bestimmten Komplexitätsgrad der Informationsverarbeitung zwangsläufig Intelligenz und Bewusstsein entsteht. Aber der Komplexitätsgrad kann kein Maßstab sein. Letztlich benutzen KI-Artefakte wie ChatGPT lediglich riesige Datenmengen, mit denen sie trainiert wurden, um in der Interaktion mit Menschen zu berechnen, welches Wort das wahrscheinlichere zu dem vorherigen ist. So erstaunlich solche Simulierungen menschlicher Fertigkeiten durch eine Maschine auch sein mögen, sind solche Artefakte als „stochastischer Papagei“ zu beschreiben: Es werden lediglich trainierte und von Nutzer:innen verwendete Wörter nachgeplappert, ohne die damit verbundene Bedeutung zu begreifen. Die Diskussion hierzu ist so alt wie die Kybernetik als Wissenschaft der KI selbst, vgl. etwa noch aus meinen Schulzeiten Hans Sachsse, 1974, Einführung in die Kybernetik, Kapitel 7 bzw. 8 oder aus Studententagen John R. Searles Gedankenexperiment vom „Chinesischen Zimmer“ in John R. Searle, 1980, Minds, Brains, and Programs, in: Behavorial and Brain Sciences. Vol. 3, Ss. 417-424.

[ii] Ausgangspunkt könnte die Klärung der Frage sein, inwieweit der politische Rechtsruck in der Tech-Elite des Silicon Valley in der Vergangenheit symptomatisch ist: Die Hinwendung zu einer libertären Ideologie mit dem Wunsch der völligen Deregulierung der KI-Artefakte einerseits, andererseits zu einer patriotischeren und konservativen Haltung erklärt sich m.E. nur bei oberflächlicher Betrachtung aus Gründen des Wettbewerbs der USA mit China oder der Tatsache, dass wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen wie geringe Steuern eher mit Konservativen zu haben sind, sondern aus dem, für das die KI-Artefakte selbst stehen – nämlich ein umfassenderes, effektiveres Instrument zur biopolitischen Kontrolle zu sein, zur Sichtbarmachung, Überwachung, Regulierung und Verbesserung der Mitglieder von Kollektiven, als es in der Vergangenheit etwa Pässe, Volkszählungen, Lochkarten-Auswertungen, Statistiken sein konnten. (Vgl. hierzu etwa: Michel Foucault, 2020, Sicherheit, Territorium, Bevölkerung. Geschichte der Gouvernementalität I, Frankfurt, 7. Auflage.) Vor allem aber ist gleich zu Beginn der KI-Entwicklung das Militär als Pate auszumachen, wie etwa die Biographie von Norbert Wiener als Vater der physischen KI zeigt, der mit seiner mathematischen Pionierarbeit erstmalig sich selbst korrigierende Waffensysteme in der Flugabwehr gegen Ende des Zweiten Dreißigjährigen Kriegs konzipierte. Der sich aktuell rasant entwickelnde militärische KI-Markt für physische KI ist also nicht zufällig als weiterer maßgeblicher Innovationstreiber der Künstlichen Intelligenz im 21. Jahrhundert auszumachen.

Die Individuen, welche die herrschende Klasse ausmachen, haben unter Anderm auch Bewußtsein und denken daher; insofern sie also als Klasse herrschen und den ganzen Umfang einer Geschichtsepoche bestimmen, versteht es sich von selbst, daß sie dies in ihrer ganzen Ausdehnung tun, also unter Andern auch als Denkende, als Produzenten von Gedanken… Weiterlesen

Mit dem geplanten Ende der Kohleverstromung werden im Rheinischen Revier bis 2030 14.400 direkte Arbeitsplätze und 7.100 Stellen bei spezialisierten Vorleistungs- und Zuliefererbranchen wegfallen. Somit hängen 21.000 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von rund 2,1 Milliarden € p.a. von der Braunkohleverstromung ab. Hinzukommen überregionale… Weiterlesen

„Eine große Investition eines großen Unternehmens bedeutet Wertschöpfung bedeutet Einnahmen für die Kommunen vor Ort“, ist die gängige Überlegung. Konkret kommt diese meistens durch die Gewerbesteuer zustande. Und bei der beeindruckenden Zahl von 3,2 Milliarden € Investitionsvolumen mag sich manch ein Kämmerer schon die Hände reiben. – Auch hier… Weiterlesen

Ökologie und Nachhaltigkeit

Thomas Ristow

Bei der KI-Technologie mit ihrem Rückgrat Hyperscaler-Rechenzentren handelt es sich um einen extrem stromhungrigen und emissionsintensiven Wirtschaftssektor, der den weltweiten die ökologischen Grenzen unseres Planeten durch unsere Wirtschaft sowieso schon belastenden Material- und Energieverbrauch weiter massiv anheizt. So wird durch den… Weiterlesen

Digitale Souveränität und Sicherheit

Thomas Ristow

Die Linke setzt sich für digitale Souveränität ein. Digitale Souveränität bedeutet, dass Daten, und digitale Infrastruktur (=Datenresidenz) unter rechtlicher Kontrolle von Bund bzw. Land NRW im Rheinischen Revier als Region verbleiben, um die Speicherung, die Verarbeitung und den Zugriff auf Daten kontrollieren zu können. Dies gilt u.a. für das… Weiterlesen

Als Symptome der von technologischem Optimismus [i] geprägten KI-Euphorie sind bei den Entwicklern wie den Nutzer:innen infolge der Bewunderung der „Perfektion“ der KI-Artefakte allgemeine Passivität bzw. Depravierung im Denken, Fühlen und Handeln sowie Unterwürfigkeit gegenüber technologischen Fortschritten auszumachen, weil  die KI-Artefakte… Weiterlesen

Insofern wir als Die Linke in Rhein-Erft angesichts der enormen Potentiale unseres Reviers in dem Bau der Hyperscaler-Rechenzentren überhaupt einen möglichen Beitrag zum Strukturwandel sehen und erkennen könnten bzw. wollen, bleiben wir aufgrund der von Akteuren wie das Land NRW, RWE, Microsoft und Entscheidungsträger:innen auf kommunaler Ebene… Weiterlesen

Dass Maschinen kein Bewusstsein besitzen können, ist m.E. als unstrittig zu betrachten. Dass KI-Artefakte Intelligenz, gar Bewusstsein zugesprochen wird, fußt auf der Hypothese, dass ab einem bestimmten Komplexitätsgrad der Informationsverarbeitung zwangsläufig Intelligenz und Bewusstsein entsteht. Aber der Komplexitätsgrad kann kein Maßstab sein.… Weiterlesen

Der Begriff des Fortschritts ist in der Idee der Katastrophe zu fundieren. Daß es »so weiter« geht, ist die Katastrophe. Sie ist nicht das jeweils Bevorstehende sondern das jeweils Gegebene.

Walter Benjamin, 1939, Zentralpark,in: Walter Benjamin, 1991, Gesammelte Schriften 1.2, S. 683, Frankfurt

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