Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Aufruf zur Unterstützung eines Einwohnerantrags für den Erhalt der Albert-Schweitzer-Schule in Kerpen-Brüggen

Foto: Ristow

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger in BBT!

In den vergangenen Jahrzehnten wurden uns in unserem Ortsteil viele ortsprägende Einrichtungen genommen oder sie werden vernachlässigt.

  • Die Barbaraschule in Türnich musste ebenso weichen wie
  • die Sportplätze in Türnich und Brüggen; dort entstanden dann Baugebiete.
  • Die Fußballvereine wurden zwangsweise zusammengelegt.
  • Das kleine Hallenbad an der Albert-Schweitzer-Schule wurde geschlossen und an das DRK verhökert, obwohl es eine breitangelegte Initiative für den Erhalt dieser wichtigen Einrichtung gab, um den Grundschulkindern das Schwimmenlernen auch weiterhin zu ermöglichen. Die Stadt aber wollte lieber Geld machen.
  • Die Erfthalle gammelt weiter vor sich hin.

Nun soll die Albert-Schweitzer-Schule als nächstes von der Bildfläche verschwinden.

Eine breite Ratsmehrheit beharrt auf einem Schulersatzbau an der Raphaelschule, obwohl inzwischen feststeht, dass ein entsprechender Beschluss unter Vorspiegelung falscher Tatsache zustande kam.

Hier droht Steuergeldverschwendung in Höhe von ca. 3–4Millionen €.

Einzelne, darunter auch der Ortsvorsteher Dietmar Reimann, haben auch ein persönliches Interesse daran, dass dieses Vorhaben auf jeden Fall durchgezogen wird.

Wie sonst ist wohl zu erklären, dass Herr Reimann die evangelische Antoniter Siedlungsgesellschaft Köln mit der Stadtverwaltung ins Gespräch gebracht hat, damit diese möglichst das Gebiet bebauen kann?

Wir wollen die Albert-Schweitzer-Schule an ihrem bisherigen Standort erhalten, weshalb wir einen Einwohnerantrag einreichen wollen.

Dazu benötigen wir Ihre Unterstützung, weshalb wir Sie bitten, uns mit Ihrer Unterschrift zu unterstützen. Dazu werden wir in der nächsten Woche ab dem 29. Oktober 2018 mit der Sammlung von Unterstützungsunterschriften beginnen. Außerdem werden wir in Geschäften Listen auslegen.

Jede Unterschrift zählt.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich bitte an:

Wolfgang Scharping, Heerstr. 421, Tel: 0177-2868351

Britta Leineweber, Mertenweg 24, Tel: 02237-670090

Annetta Ristow, Kierdorfer Str. 19, Tel: 02237 657699

Wir sind auch im Internet unter wolfgangscharping@web.de zu erreichen.

Verantwortlich : Wolfgang Scharping, Heerstr. 421, 50169 Kerpen

Wolfgang Scharping

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger in BBT!

Vor einigen Wochen haben wir Sie darüber informiert, dass die Albert- Schweitzer-Schule an der Waldstraße abgerissen und durch einen Neubau an der Raphaelstraße ersetzt werden soll; obwohl eine Sanierung der alten Schule durchaus möglich wäre.

Wir sprachen damals von einer Steuergeldverschwendung von ca. 3–4 Mio Euro.

Diese Zahlen sind in der Zwischenzeit längst überholt. Wir sprechen heute über ganz andere Dimensionen.

Die überwiegende Mehrheit des Kerpener Stadtrates will auf jeden Fall eine neue Schule bauen; koste es, was es wolle. Wurde ursprünglich von ca. 6,5 Mio Baukosten für die neue Schule ausgegangen, sieht die Planung nun Ausgaben von ca. 14,5 Mio vor. Außerdem soll am neuen Standort möglichst eine neue Zweifach-Sporthalle gebaut werden, die noch einmal ca. 3 Mio Euro kosten soll.

Auch wenn wir mit den anderen Parteien im Stadtrat darin einig sind, dass unsere Kinder die bestmögliche Schulbildung erhalten sollen, halten wir es für unverantwortlich, dass für eine zweizügige Schule insgesamt ca. 17,5 Mio Euro ausgegeben werden sollen, obwohl die vorhandene Schule saniert und für die Zukunft fit gemacht werden kann.

Auch eine solche Sanierung kostet natürlich Geld. Aber wir haben als Stadtverordnete die Verpflichtung, mit dem Geld der Steuerzahler sorgsam umzugehen.

Hier könnten sicher 10–12 Mio Euro eingespart werden. Auch das Argument, es würden Zuschüsse fließen, kann nicht überzeugen, denn auch Zuschüsse sind Steuergelder.

Deshalb werden wir auch in den nächsten Wochen Unterschriften sammeln. Leider sind nicht alle Geschäfte im Ort bereit, unsere Unterschriftslisten auszulegen. Aber wir werden nicht in dem Bemühen nachlassen, genügend Unterschriften für einen Einwohnerantrag zu sammeln.

Wir bitten Sie weiter darum, uns dabei mit Ihrer Unterschrift zu unterstützen.

Sie können mit uns Kontakt aufnehmen:

Annetta Ristow, Kierdorfer Str. 19, Tel. 02237-657699

Wolfgang Scharping, Heerstr. 421, Tel. 0177-2868351

Das Antisemitismus-Problem

Vortrag von Jan Schiffer am 19.06.2018

Antisemitismus ist ein Problem, was aus der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend verschwunden ist. Allenfalls Antisemitismus aus islamistischen und rechtsextremen Kreisen wird noch wahrgenommen. Darüber hinaus fehlt weitgehend eine nähere Aufarbeitung der ideologischen Grundlagen des Antisemitismus.

In einem Vortrag möchte Jan Schiffer belegen, warum Antisemitismus auch heute noch ein Problem darstellt, welches auch in die Mitte der Gesellschaft, ja teilweise in einem sich selbst als links verstehendem Milieu verbreitet ist. Er wird dabei einen kurzen historischen Abriss geben sowie Erklärungsansätze zu den Entstehungsgrundlagen des Antisemitismus anreißen.

 

Der Vortrag findet statt:

Am Dienstag, den 19.6.2018

Um 18:00 Uhr

Raum 109

Soziokulturelles Zentrum Kerpen-Horrem

Mittelstraße 23

 

Wir freuen uns über Eure rege Teilnahme und eine lebhafte Diskussion.

Jan Schiffer e.a.

Für einen emanzipatorischen Kommunismus!

Etwas läuft falsch in dieser Welt:

Täglich sterben Menschen an Hunger. Das wäre traurig, aber noch verständlich, wenn dies an einer zu geringen Nahrungsmittelproduktion liegen würde. Doch das ist nicht das Problem: Das Essen fehlt nicht, weil es zu wenig gibt, es gibt sogar eine Überproduktion. Die Verhungernden sterben, weil die Hungernden nicht genug Geld haben, es zu erwerben. In den kapitalistischen Kernstaaten gibt es dieses Problem nur noch sehr selten, auch wenn viele Bevölkerungsschichten ständig von Armut bedroht sind. Doch auch bei denen, bei denen dies nicht gegeben ist, ist das Leben alles andere als schön: Burn-outs und Co. gehören zum Alltag, die Freizeit wird immer weiter zur bloßen Erholungsphase mit dem Ziel der Wiederherstellung der Arbeitskraft. Doch eigentlich sollte überlastende Arbeit gar nicht mehr nötig sein: Durch die Automatisierung wird immer mehr notwendige Arbeitszeit von Maschinen übernommen. Super! Oder? Tatsächlich schlägt diese eigentlich begrüßenswerte Entwicklung unter kapitalistischen Bedingungen ins negative um: Arbeitsplätze gehen verloren und Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage.

Klar ist also: Die aktuelle Art zu Wirtschaften ist menschenfeindlich und unvernünftig. Doch wie kommt dies zustande? Mit welchen Begriffen lassen sich die Ursachen für dies alles erfassen? Und wie kann man eine Alternative denken? Wo lassen sich Analyseansätze hierfür finden?

In diesem Jahr jährt sich die Geburt eines Denkers, der gesellschaftskritische und linke Strömungen wie kein anderer beeinflusst hat: Karl Marx. Seine Kritik des Kapitalismus sah nicht nur die barbarischen Konsequenzen, die dieser v.a. für die Arbeiter*innen hatte, sondern führte sie auf die grundlegenden Kategorien des auf der Warenform basierenden Kapitalismus zurück, anstatt sie, wie es damals und auch heute viele, die sich für links halten, tun, auf das vermeintlich böse Handeln einzelner Personen(-gruppen) zurückzuführen. Zugleich dienten seine politökonomischen Analysen nicht einfach nur dem Interpretieren und Verstehen des Kapitalismus, denn es kommt darauf an die Welt zu verändern (vgl. Feuerbachthese 11). Seine Leistung liegt darin, den Sozialismus von einer reinen Utopie zu einer durch reale Politik erreichbaren Möglichkeit zu machen. Es geht Marx und Engels um wissenschaftlichen Sozialismus. Sie begreifen Geschichte nicht als eine Aneinanderreihung von Taten großer Männer, sondern als eine Geschichte von Klassenkämpfen. Sie – und im Anschluss der Marxismus – analysierten die Verhältnisse aktuell wie auch auf Grundlage des historischen Materialismus und schmiede(te)n diese Analysen zu einer Waffe im Klassenkampf um. Marx versuchte, die Potentiale, die sich aus der kapitalistischen Produktionsweise ergeben, zu erkennen und den daraus resultierenden Klassenkampf zu begreifen, der die Fesseln der Produktionsverhältnisse sprengen will, die viele ausgebeutet in der Subalternität halten und wenige profitieren lassen. Dabei ist Marx' Intention stets nicht eine Wissenschaft um ihrer selbst willen, sondern eine Wissenschaft, die dem revolutionären Interesse der Arbeiter*innenklasse und der Befreiung aller Unterdrückten dient, zu begründen.

Er erkannte:

Die Welt, die uns im Alltag natürlich und vor allem selbstverständlich erscheint, ist eine Welt der Warenproduktion. Der größte Anteil aller produzierten Dinge sind Waren, die auf einem Markt gegen Äquivalente getauscht werden, egal, ob es sich dabei um Wohnraum, Nahrung, Computer oder Satelliten handelt. Als allgemeine Ware hat sich dabei das Geld entwickelt, welches die Grundlage und zugleich die Folge des Tauschprinzips bildet. Eine besondere Ware, die kein Ding ist, stellt die Arbeitskraft des Menschen dar, die von der übergroßen Mehrheit der Gesellschaft gemeinsam mit der eigenen Lebenszeit verkauft werden und so vom Arbeiter entfremdet werden muss, um Reproduktionsarbeit zu leisten, oder Waren zu produzieren, die dem Käufer der Arbeitskraft als Privateigentum zustehen. Privateigentum bedeutet das staatlich geschützte Monopol auf die Verwendung einer Sache.

Die Warenproduktion findet zu Profitzwecken statt. Die Unterordnung der gesamten gesellschaftlichen Produktion unter den Zweck der Anhäufung von Kapital (also Geld, was investiert wird, um mehr Geld zu erhalten) führt dazu, dass die Wirtschaft nicht den Bedürfnissen dient. Der Kapitalismus scheitert also nicht aufgrund irgendwelcher böser Machenschaften daran, ein gutes Leben zu erreichen – dies ist gar nicht sein Ziel.

Und hatte Marx auch eine Alternative hierzu? Diese Frage stellen sich wohl einige. Doch anstatt dem Kapitalismus in der Manier eines Verkünders vollendeter Weisheit eine genau ausgearbeitete Gesellschaftsorganisation entgegenzusetzen, kritisierten Engels und er genau dies. So schrieb Engels:

„Aber wir haben kein Endziel. Wir sind Evolutionisten, wir haben nicht die Absicht, der Menschheit endgültige Gesetze zu diktieren. Vorgefaßte Meinungen in bezug auf die Organisation der zukünftigen Gesellschaft im einzelnen? Davon werden Sie bei uns keine Spur finden“ (http://www.mlwerke.de/me/me22/me22_538.htm)

Der Kommunismus war für Marx und Engels also keine fertige Utopie, die sie konkret zu Ende gedacht und geplant haben. Genau so wenig ist der Kommunismus ein rein abstrakter Begriff, über den sich zwar schön philosophieren lässt, aber der sich nur im Geiste verwirklichen lässt. Auch wenn Marx in seiner Frühschrift Ökonomisch-Philosophisches Manuskript 1844 abstrakt-philosophische Betrachtungen über den Kommunismus anstellt, formuliert er mit Engels in der Deutschen Ideologie, die den Wendepunkt vom frühen, junghegelianischen zum reifen, materialistischen Marx markiert: „Der Kommunismus ist für uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben [wird]. Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt.“ (MEW 3, S. 35)

Kommunismus ist also ein Programm, das den Kapitalismus überwindet. Genau um die Frage, wie dieses radikalemanzipatorische Programm verwirklicht werden kann, dreht sich das ganze nachfolgende marxsche Werk: Die Frage nach dem Subjekt der Arbeiter*innenklasse, die Analyse der politischen Ökonomie des Kapitalismus, die Frage nach der Theorie der Revolution.

"Kommunismus als positive Aufhebung des Privateigentums als menschlicher Selbstentfremdung und darum als wirkliche Aneignung des menschlichen Wesens durch und für den Menschen; darum als vollständige, bewußt und innerhalb des ganzen Reichtums der bisherigen Entwicklung gewordne Rückkehr des Menschen für sich als eines gesellschaftlichen, d. h. menschlichen Menschen. Dieser Kommunismus ist [...] die wahrhafte Auflösung des Widerstreites zwischen dem Menschen mit der Natur und mit dem Menschen, die wahre Auflosung des Streits zwischen Existenz und Wesen, zwischen Vergegenständlichung und Selbstbestätigung, zwischen Freiheit und Notwendigkeit, zwischen Individuum und Gattung." (http://www.mlwerke.de/me/me40/me40_533.htm)

Marx denkt den Kommunismus als Gesellschaft, in der der Widerspruch zwischen Individuum und Kollektiv aufgehoben ist, als Gesellschaft, in dem der Mensch durch die Umwälzung der Produktionsverhältnisse zu einer wahren Freiheit gelangen kann und seine von den Sachzwängen der bürgerlichen Gesellschaft unterdrückten Potentiale entfalten kann. Kurzum: Der Kommunismus stellt die universelle Befreiung der Menschheit dar, er ist ein radikalemanzipatorisches Projekt. Dabei affirmiert Marx nicht bürgerliche Emanzipationsideale, sondern kritisiert diese:

"Alle Emanzipation ist Zurückführung der menschlichen Welt, der Verhältnisse, auf den Menschen selbst. Die politische Emanzipation ist die Reduktion des Menschen, einerseits auf das Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft, auf das egoistische unabhängige Individuum, andrerseits auf den Staatsbürger, auf die moralische Person. Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen, Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine eigenen Kräfte als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“ (http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_347.htm)

Dieser Emanzipationsakt kann für Marx nur ein revolutionärer Akt sein, in dem die politischen und sozialen Verhältnisse grundlegend umgestaltet werden. Es geht, wie er in der Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie schreibt, darum „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (MEW 1, S. 385). Dieser Kategorische Imperativ des marxschen Werkes beinhaltet zugleich einen klar intersektionalen Imperativ, der keinen Platz für Nebenwidersprüche lässt, auch wenn Marx das selbst in seinem Werk nur andeutungsweise selbst eingelöst hat. Die Forderung, alle Verhältnisse umzuwerfen, heißt sowohl die Gesamtheit aller Unterdrückungsverhältnisse, als auch jedes einzelne Unterdrückungsverhältnis umzuwerfen. Das bedeutet: Es reicht nicht, einfach den Kapitalismus zu überwinden, um automatisch auch das Patriarchat zu überwinden, die Diskriminierung von Trans*personen zu beenden, etc. Diese Kämpfe müssen wie der Klassenkampf geführt werden. Das heißt aber auch, dass die Beseitigung eines einzelnen Unterdrückungsverhältnisses ohne die Beseitigung aller ebenso zu keiner wirklichen sozialen Emanzipation führen kann, sondern allein zu einer politischen Emanzipation im Rahmen der bürgerlichen Gesellschaft. Unser Kampfauftrag aber bleibt: die allgemeine und vollständige Emanzipation!


beschlossen auf dem Bundeskongress der Linksjugend solid im April 2018

 


So können Sie uns erreichen:

Tel. 0157 38 40 70 76
die-linke.kerpen@web.de

Unterschriftenliste zum Einwohnerantrag

Einfach herunterladen hier, unterschreiben und schicken an: Annetta Ristow, Kierdorfer Str. 19, 50169 Kerpen!

#unteilbar 14.10.2018 Berlin

Fotos: Katharina