Antrag zur Sitzung des Sozialausschusses am 05.12.2018 zu Top 4 und des Rates am 18.12.2018: Verbesserung der geriatrischen Versorgung

Annetta Ristow (DIE LINKE)

Auch in Kerpen leben immer mehr ältere und sehr alte Menschen. Bei ihnen steigt mit zunehmendem Alter das Risiko für chronische bzw. Mehrfach-Erkrankungen, Heilung wie Rehabilitation sind oft stark verzögert oder gar nicht mehr möglich. Dies führt zu einem höheren Versorgungsbedarf, nicht nur in medizinischer, auch in physischer, psychischer und sozialer Hinsicht. Der wohnortnahen hausärztlichen Versorgung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.

Im Rahmen der Diskussion der kommunalen Pflegeplanung hatte unsere Fraktion auf den Ärztemangel in Kerpen hingewiesen. Dies macht es gerade alten Menschen schwer, den notwendigen Zugang zur ärztlichen Versorgung zu finden. Unser Antrag, zur Beseitigung des Mangels ein kommunales MVZ in Eigenregie zu gründen (Drs. 231.18), wurde abgelehnt.

Um die Arbeit der vorhandenen Hausärzt*innenpraxen zu erleichtern, ist es aus Sicht unserer Fraktion sinnvoll, ein unterstützendes und mit den Hausärzt*innen kooperierendes Hausbesuchsprogramm in Kerpen aufzulegen. Ein solches Programm ist mit PräSenZ von der KatHo Köln inzwischen erfolgreich erprobt worden. Auch in anderen Kommunen wie Wesseling werden präventive Hausbesuche für Ältere inzwischen regelmäßig durchgeführt. Die freiwillige Leistung wurde zunächst vom Rhein-Erft-Kreis finanziert und organisiert; Partnerin ist die Diakonie Michaelshoven.[1]

Daher beantrage ich für die Fraktion:

Die Verwaltung initiiert ein aufsuchendes Beratungsprogramm in Kerpen für Menschen ab dem 80. Lebensjahr. Ziel sollte u.a. sein, die bei den präventiven Hausbesuchen möglichen Hinweise auf die Lebenssituation der Betroffenen zu einer Verbesserung der hausärztlichen bzw. geriatrischen Versorgung zu nutzen.

 


[1] Vgl. Werbekurier 05.04.2018: Einmalige Hausbesuche. Beratungsangebot für Wesselinger über 75 Jahre.